FAQ

FAQ

Die Mesopotamier entdecken vor ungefähr 5000 Jahren, dass sich unter grossen Hitze (1400°C) Silicium, Kalk, Natriumkarbonat, kohlensaurer Kali und Metalloxide zu einer glasigen Masse verarbeiten lassen. Die Herstellung ist jedoch äusserst schwierig, so dass Glas sehr selten und damit begehrt ist. Das erste schriftlich überlieferte Rezept findet man auf einer Tontafel des assyrischen Königs Assurbanipal ca. 650 v. Chr. Flache Glassscheiben werden durch Gussverfahren bereits in der Römerzeit hergestellt, aber auch mit dem Zylinderblas- oder Blas- und Streckverfahren. Beim Mondglasverfahren im 14. Jh. werden zum ersten Mal Butzenscheiben ohne Wulst am Rand produziert.Im 18. Jh. konnten durch verbesserte Zylinderblas- der Blas und Streckverfahren erstmals grossflächige Scheiben erstellt werden. Der Engländer Alastair Pilkington entwickelt im Jahr 1959 das Floatverfahren. Die viskose Glasschmelze wird auf ein flüssiges ebenes Zinnbad geleitet und schwimmt obenauf. Infolge der Oberflächenspannung, zusammen mit den Viskositäten der Glasschmelze und des Zinnbades, bildet sich das flüssige Glas in einer Dicke von 6 mm aus. An der Eintrittsstelle der Glasschmelze hat das Zinnbad eine Temperatur von ca. 1000°C, an der Austrittsstelle ca. 600°C. Danach wird das Glas langsam während eines kontrollierten Prozesses spannungsfrei abgekühlt und die fertige Glasplatte lässt sich schneiden. Glas besteht aus: Siliciumdioxid SIO2 69% bis 74% Calciumoxid CaO 5% bis 12% Natriumoxid Na2O 12% bis 16% Magnesiumoxid MgO 0% bis 6% Aluminiumoxid Al2O3 0% bis 3%
Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) besteht aus einer einzigen, speziell wärmebehandelten Scheibe. Das Glas wird während der Produktion zu ESG auf eine Temperatur von ca. 650° erhitzt und danach schlagartig mit Luft wieder abgekühlt. Dabei kühlt sich die Oberfläche des Glases schneller ab als der innere Kern. Im Ergebnis entsteht im Kern eine Zug- und in der Oberfläche eine Druckspannung. Eine nachträgliche Bearbeitung ist nahezu unmöglich. Wenn das ESG bei sehr hoher Belastung zerbricht, zerfällt es in kleine Scherben. Dadurch reduziert sich die Verletzungsgefahr im Vergleich zu normalem Flachglas sehr stark.
Bei herkömmlichem ESG kann es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nach der Herstellung zu Spontanbrüchen kommen, die ihre Ursache in korrodierenden Nickelsulfideinschlüssen haben. Diesem Problem begegnet man mit sogenanntem ESG-H-Glas: Dieses ESG wird nach der Herstellung dem sogenannten Heat-Soak-Test oder Heißlagerungstest unterzogen, indem es mehrere Stunden bei einer Temperatur von ca. 290°C gelagert wird. Bei dieser Veredelung werden jene Gläser zum Bersten gebracht, die einen Nickelsulfid-Einschluss enthalten . Für die verbleibenden Gläser ist die Wahrscheinlichkeit eines Spontanbruchs dann stark reduziert.
Verbund-Sicherheitsglas (VSG) besteht aus zwei oder mehreren Glasscheiben, welche durch eine reissfeste und zähelastische Folie verbunden sind. Aufbau und Dicke des VSG richten sich nach den Anforderungen, welche an die Glaslösung gestellt werden. VSG weist mehrere Sicherheitsmerkmale (durchschlaghemmend, deutlich geringe Gefahr der Verletzung an Splittern) gegenüber einer einfachen Flachglasscheibe auf. Bei Überbelastung durch einen Schlag oder Stoss bricht zwar das Glas, die Bruchstücke bleiben jedoch an der unverletzten Folie haften. Dadurch hat die beschädigte Scheibe eine Reststabilität und bleibt aufgrund ihrer mechanischen Befestigung in der Öffnung. Da die entstandenen Splitter an der Folie haften, vermindert sich zudem die Verletzungsgefahr.
Ein modernes Isolierglas ist eine Verglasungseinheit, hergestellt aus zwei oder mehreren Glasscheiben, die am Rand ringsum durch einen Abstandshalter voneinander getrennt sind. Der Scheibenzwischenraum wird durch verschiedene Dichtstoffe nach aussen gasdicht abgeschlossen und verbindet die Glasscheiben dauerhaft miteinander. Die rings umlaufende Doppeldichtung verhindert das Eindringen von Staub und Wasserdampf. Das Prinzip des Isolierglases beruht auf der Tatsache, dass stehende Luft ein sehr schlechter Wärmeleiter ist. Somit bildet das zwischen den Scheiben eingeschlossene Luftpolster eine gute Wärmeisolierschicht. Neben trockener Luft kann sich im Scheibenzwischenraum auch Wärmedämmgas (bspw. Argon) befinden, was die Wärme noch mehr im Innenraum zurückbehaltet. vgl. dazu auch: Was versteht man unter dem U-Wert?
Der U-Wert ist ein Wärmedurchgangskoeffizient und gibt an, wie viel Wärmemenge, z.B. aus dem warmen Raum durch ein Bauteil nach aussen verloren geht. Früher wurde der U-Wert mit K-Wert bezeichnet, ohne dass sich damit seine Bedeutung verändert hat. Je tiefer der Ug-Wert, desto geringer der Wärmeverlust des Glases und somit der Energieverbrauch. Entsprehend sinken die Heizkosten und die Belastung der Umwelt durch Schadstoffe. Die heute für Zweifach-Isolierverglasungen üblichen Ug-Werte liegen bei ca. 1.0 W/m²K. Der Ug-Wert sollte nicht allein ausschlaggebend sein, weil auch andere Funktionen, wie z.B. Sonnenschutz, Schallschutz, Einbruchhemmung und Ästhetik (Farbgebung nach aussen) Einfluss auf die Zusammensetzung der Glaseinheit haben.
Glas ist ein spröder Werkstoff, der gegenüber anderen Materialien, wie z. B. Stahl, keine Streckgrenze hat. Dies bedeutet: Zieht man an einem Glasstab, bricht er bei hoher Last schlagartig, während sich ein Stahlstab beim Erreichen der Streckgrenze verformt ohne direkt auseinander zu brechen. Bei Konstruktionen mit Glas muss diese Eigenschaft des Glases berücksichtigt werden. Glas ist zugleich empfindlich gegen Zug- wie auch Druckspannung. Mit Einscheibensicherheitsglas (ESG) kann die Festigkeit erhöht werden. Mit Verbundsicherheitsglas (VSG) können die Bruchstücke über eine Folie zusammengehalten werden, solange die Glaseinheit am Rand oder über punktförmige Halter in der Fläche der Konstruktion festgehalten wird. Der eingelegte Draht im Drahtglas stellt eine Schwächung des homogenen Glasquerschnittes dar und übernimmt daher keine Festigungsfunktion. Glasbruch erfolgt durch Zugspannungen, die fast immer durch äussere Einflüsse entstehen. Sie können infolge mechanischer Belastung durch Wind, Schnee oder Schlag auf das Glas entstehen oder durch Temperaturunterschiede zwischen einer warmen Glasfläche und einer kalten Kante. Glasbeschädigungen können zudem die Festigkeit von Glas schwächen.
Glas bietet sich hinsichtlich seiner leichten Reinigung und seiner Grossflächigkeit an, als Küchenrückwand verwendet zu werden. Dabei sind die physikalischen Eigenschaften des Glases zu berücksichtigen. Glas ist ein spröder Werkstoff und hat eine relativ geringe Temperaturwechselbeständigkeit. Bleibt z.B. die Kante kalt, während sich der darüber liegende Teil aufheizt, entstehen an der Kante Zugspannungen, die zum Glasbruch führen können. Aus diesem Grunde muss der Abstand zwischen der Kochplatte und den darauf befindlichen Pfannen und Töpfen zur Glaswand ausreichend gross sein, um eine Abstrahlung oder Berührung vom heissen Material zur kalten Glasscheibe zu vermeiden. Deshalb sollte auch vermieden werden, dass heisser Dampf an die Scheibe gelangt. Ausschnitte und Bohrungen stellen eine Schwächung der homogenen Glasscheibe und daher ein erhöhtes Glasbruchrisiko dar. Die bei Ausschnitten entstehenden Innen-Ecken müssen abgerundet werden, um die Glasbruchgefahr von diesen Stellen zu reduzieren. Mit grösser werdendem Durchmesser verringert sich die Bruchgefahr. Der Mindestdurchmesser dieser Abrundung sollte bei einer 6 mm dicken Glasscheibe 8 mm sein. Thermisch vorgespannte (ESG), bzw. teilvorgespannte (TVG) Gläser haben eine höhere Temperaturwechselbeständigkeit, die einen Glasbruch als Folge örtlich unterschiedlicher Temperaturbelastung stark verringert. Aufgrund der höheren Veredelung des Glases sind ESG und TVG etwas teurer als reguläre Floatgläser. Glasbruch als Folge einer Beschädigung von aussen kann grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Es bietet sich somit an, die Glasscheiben zu unterteilen, um im Schadensfall ein einfaches Auswechseln zu ermöglichen. Wird eine über die gesamte Wand eingesetzte Küchenrückwand beschädigt und muss ausgewechselt werden, so stellt dies je nach Einbausituation einen erheblichen Mehraufwand dar.
Die Reinigung von Glas muss mit viel Wasser erfolgen. Es dürfen keine abrasiven Mittel verwendet werden. Eine grossflächige sog. Trockenreinigung von Glasscheiben führt durch das Zurückziehen der Klinge zu Verkratzungen am Glas. Die Klinge darf nur zum vorsichtigen Entfernen von kleinen Spritzern eingesetzt werden. Beim Reinigungsvorgang soll der Schmutz eingeweicht, gelöst und danach abgewaschen werden. Wird mit dem feuchten Tuch oder Reinigungsgerät über den trockenen, angesetzten Schmutz gerieben, entstehen durch die spitzen Schmutzkörner Verkratzungen. Kunststoffschwämme, die zur Reinigung von Töpfen verwendet werden, dürfen auf keinem Fall eingesetzt werden. Es dürfen keine Laugen zur Reinigung verwendet werden. Als Reinigungszusatz bietet sich z.B. Brennspiritus an. Bei der Reinigung von Spiegeln ist zusätzlich zu beachten, dass nach der Reinigung mit einem trockenen Lappen der Rand abgewischt werden soll, damit keine Reinigungsrückstände dort zurückbleiben und den hinteren Schutzbelag des Spiegels zerstören. PDF Reinigung von satinierten Gläsern
Durch das physikalische Phänomen der unterschiedlichen Benetzbarkeit von Glasoberflächen können beim Beschlagen der Oberfläche infolge übersättigter Raumluft (Kochdampf, Blumen, Badezimmer, ungeheiztes Schlafzimmer usw.) auf den Glasoberflächen Sauger- oder Etikettenabdrücke sichtbar werden. Diese verschwinden, sobald die Befeuchtung wieder aufgehoben ist. Bei der Herstellung des Isolierglases werden die Einzelscheiben mit einer speziellen Waschmaschine mit aufbereitetem Wasser gründlich gewaschen. Dabei werden die Glasoberflächen ausserordentlich sauber und chemisch-physikalisch hochaktiviert. Die Oberflächen nehmen dadurch beim Kontakt mit fremden Materialien (Handschweiss, Fett, Etiketten-Klebestoff, usw.) Teile davon auf. Nach dem Waschen werden die Glasoberflächen gegen den Scheibenzwischenraum nicht mehr berührt; im Gegensatz zu den Aussenseiten des Isolierglases, welche beim Transport und bei der Weiterverarbeitung berührt werden. Jede "Verunreinigung", hat eine andere Oberflächenenergie, die zu einer unterschiedlichen Benetzbarkeit führt, was kein Reklamationsgrund ist. Die Scheiben sind bei normaler Luftfeuchtigkeit absolut sauber. Im Laufe der Zeit wird sich durch die periodische Reinigung der Scheiben die unterschiedliche Benetzbarkeit weitgehend verflüchtigen und auflösen, je nachdem mit welchem Fensterputzmittel und wie die Scheiben gereinigt werden. Will man den Effekt sofort reduzieren, empfehlen wir den Einsatz des Glasreiniger "Radora Brillant Fensterglanz". Ihr Fenster-Lieferant steht Ihnen für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.
Verbundsicherheitsglas ist eine Kombination von anorganischem Glas und organischen Folien. Durch einen Druck- /Wärmeprozess wird das Glas mit den Kunsstofffolien, meist Polyvinylbutyral (PVB), verbunden. An den Kanten der Verbundsicherheitsglaseinheit ist die Kunststofffolie der Luft ausgesetzt. Die Folie ist extrem trocken. Durch Feuchtigkeit in der Luft oder durch stehendes Wasser und Tropfenbildung am Rand, kommt es zu einem Dampfdruckgefälle. Somit kann Feuchtigkeit in die Folie eindringen. Die Folie nimmt immer mehr Feuchtigkeit auf und am Rand können einzelne Ablösungen auftreten.
Dichtigkeit beginnt bei jeder Duschenverglasung mit den statischen Elementen, den Profilen, die fest mit der Wand bzw. der Duschentasse verbunden sind. Hier setzt der Monteur bei jeder Duschenverglasung durch saubere Silikonabdichtung dem Spritzwasser klare Grenzen. Auch in der Verbindung zwischen Glas und Profil gibt es keine Schwachstellen. Dafür sorgen je nach System verschiedene Acryl-Dichtungsprofile. Und darüber hinaus bietet die von uns grosszügig bemessene Höhe (> 200 cm) auch nach oben guten Schutz. Die kritischen Stellen sind konstruktionsbedingt die untere Schwelle sowie die Türscharniere. Dies beginnt damit, dass die Dichtlippe an der unteren Türelementkante nie ganz satt aufsitzen kann, da sonst die Türbeweglichkeit eingeschränkt wäre. Erschwerend kommt hinzu, dass bevorzugt am unteren Wannenrand auftreffendes oder sich je nach "Niederschlagsmenge" stauendes Spritzwasser einen Weg nach aussen sucht. Daher gilt hier eindeutig die Formel: Je höher die untere Profilschwelle, desto dichter die Duschkabine. Je nach Duschgewohnheit und Dichtheitsanspruch sollten Sie dies bei Ihrer Modellwahl berücksichtigen. Wobei dies keine Frage des Preises, sondern des spezifischen Designs ist. Ein flacheres Profil bedeutet im Grundsatz auch weniger Schutz gegen nach aussen dringendes Spritzwasser. Unser System wirkt dem durch die eine speziell abgestimmte Anordnung von Dichtleiste, Abtropfleiste und Glas entgegen. Schlanke Optik und zufriedenstellende Spritzwasserdichtigkeit können so in Einklang gebracht werden.
Bei der Erfüllung des Wunsches, möglichst grosse Glasflächen einzusetzen, ist zu beachten, dass im Laufe der Nutzung von 20 bis 30 Jahren, Glas - unter welchem Umstand auch immer - beschädigt werden kann und somit ausgewechselt werden muss. Konnte die Glaseinheit als Ganzes im Rohbau relativ leicht eingesetzt werden, so ist der Austausch später durch eingebrachte Fussböden, Decken, Zwischenwände und Mobiliar unter Umständen nicht mehr möglich oder es müssen umfangreiche Umbauten im Gebäude erfolgen. Dies ist bereits bei der Planung zu berücksichtigen.
Anbei finden Sie eine Liste über Glasschäden die entstehen können. PDF Glasschäden im Überblick